Neue Reflexe im Diffraktogramm

Vor kurzem führte Particle Analytical ein Routineröntgenbeugungsexperiment durch. Es identifiziert die Kristallform, wie erwartet und erfüllte die formellen Spezifikationen. Die Kristallform hatte sich also nicht geändert. Allerdings tauchten drei zusätzliche Reflexe im Diffraktogramm auf. Ist das problematisch? Experten in XRD kennen das spezielle Partikel und Kristalleigenschaften weitere Reflexe verursachen können, da es eine bevorzugte Richtung (preferential orientation) geben kann.

Es liegt also nahe, diese Erklärung für die neuen Reflexe zu nutzen, und das Problem als gelöst zu betrachten. Allerdings liegt ein Risiko darin, die neuen Reflexe nicht zu erklären. Es könnte ein neues Polymorph des Wirkstoffs oder eine andere kristalline Unreinheit sein.

In Bezug auf behördlichen Richtlinien muss man die Herkunft der Peaks nicht untersuchen, da die Identifikation nach Spezifikation eindeutig ist. Aber man sollte sie weiter untersuchen, um nicht eine neue polymorphe Form zu übersehen, die potentiell riesige Probleme in der späteren Entwicklung verursachen kann.

In diesem Fall handelte es sich um eine Verunreinigung ohne Einfluss auf die Kristallinität des Wirkstoffs!

Das Ergebnis zeigt aber auch, dass XRD nicht als quantitative Analyse, bevor sie nicht für diese Anwendung validiert wurde (z.B. mit einem internen Standard).